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Mondkalender

Vielen Meinungen zufolge unterliegen die Menschen ebenso den unterschiedlichen Mondphasen wie die Gezeiten. Die Erklärung, dass der menschliche Körper zu ungefähr 70% aus Wasser besteht, klingt einleuchtend. Im Hinblick auf diese Beeinflussung existieren mehrere Mondkalender (auch: Lunarkalender), die auf der astrologischen Deutung des Mondes oder den vom Mond durchlaufenen Tierkreiszeichen basieren. Doch nicht jeder Mondkalender wird auf dieselbe Weise berechnet; es existieren Unterschiede hinsichtlich des Ausmaßes der Übereinstimmungen sowie der exakten Art der Orientierung.

Sowohl der synodische als auch der siderische Mondkalender orientieren sich an einer Übereinstimmungen von Tagen und Monaten und lassen somit die uns geläufige Kalenderrechnung zu. Sie werden als freie Mondkalender bezeichnet. Bei dem synodischen Mondkalender wird das Jahr in Abschnitte unterteilt, die sich an den Mondphasen orientieren. Somit beginnt ein neuer Monat mit dem Neumond oder aber, wie im islamischen Kalender, mit dem Zeitpunkt, wenn nach dem Neumond erstmals eine schmale Mondsichel am Himmel zu erkennen ist (Neulicht) oder auch mit der Sichtung des Halbmondes wie im keltischen Kalender.

An dieser Stelle kann es zu Schwankungen kommen, wenn die Mondsichtung durch Wetterverhältnisse erschwert wird. Der Monat endet nach dem Durchlauf einer gesamten Mondphase und besitzt somit eine Dauer von durchschnittlich 29,53 Tagen. Um diesen Wert dem reellen Ablauf von Tag und Nacht gerecht zu werden, ist der lunare Monat des synodischen Kalenders im Wechsel 29 oder 30 Tage lang. Rechnet man diesen Wert auf ein Jahr hoch, so ist das lunare Jahr um zehn bis zwölf Tage kürzer als unser Sonnenjahr. Auch der zunächst zehn, dann zwölf Monate dauernde römische Kalender, der später durch den von Caesar eingeführten julianischen Kalender abgelöst wurde, zählt zu den synodischen Mondkalendern.

Die älteste bekannte Kalenderform ist der siderische Mondkalender. Er orientiert sich an der Position des Mondes vor dem Sternhimmel der Tierkreiszeichen und hängt somit nicht mit den Mondphasen zusammen. Ein siderischer Monat berechnet sich aus der durchschnittlichen Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt und beträgt 27,32 Tage. Die Länge des siderischen Mondjahrs beträgt somit 355 Tage oder 13 Monate. Noch immer wird der siderische Kalender von nomadisierenden Völkern genutzt und taucht ebenso in der Astrologie der Alten Völker auf, so beispielsweise in der arabischen oder chinesischen Astrologie (die hier vorkommenden Tierkreiszeichen haben allerdings keine Verbindung zu denen der westlichen Welt) als auch im Rigveda, einer der wichtigsten Schriften des Hinduismus.

Die gebundene Form des Mondkalenders wird auch als Lunisolarkalender bezeichnet. Zu ihr gehören sowohl der Jüdische als auch der Chinesische oder der Thailändische Kalender. Auch hier richten sich die einzelnen Monatsabschnitte nach den Mondphasen; zudem wird durch das Hinzufügen eines Schaltmonats oder mehrerer Schalttage die Anzahl der Tage erhöht, um in Anlehnung an das Sonnenjahr auf eine Zahl von 365 Tagen pro Jahr zu kommen.